Eine Einladung an alle „durstigen Seelen“

21.08.20 16:23
  • Impulse
Pfr. Dr. Peter Seul

Die letzten Tage waren extrem heiß. Sie haben uns neu entdecken lassen, wie lebenswichtig Wasser ist. Der Prophet Jesaja lädt alle Durstigen ein: „Auf, ...kommt zum Wasser! Die ihr kein Geld habt, kommt“ (Jes 55,1)! Jede „durstige Seele“ soll also zu trinken bekommen – ganz ohne Bezahlung, vollkommen umsonst.  


Unser körperliches Durstgefühl ist etwas ganz Elementares. Erst recht der Durst, den der Prophet Jesaja anspricht. Er redet hier nicht vordergründig, sondern im übertragenen Sinn. Durst war schon immer Symbol für den existentiellen Durst des Menschen nach Leben, nach Sinn, nach Gott. Auch dem Propheten Jesaja geht es eigentlich und letztlich nicht ums Trinken und Durstlöschen, sondern um Leben überhaupt, um unseren Lebensdurst, um unsere ganze Existenz, um die Lebensquellen, die uns vor dem inneren Austrocknen bewahren.  
Trinkwasser haben wir in unserem Land (noch) genug. Gott sei Dank! Aber Quellen für unsere „durstige Seele“ fehlen uns. Woraus nähren wir uns? Das ist vielleicht die wichtigste Frage, der wir uns immer wieder zu stellen haben. Ein Geschäftsmann erzählte, dass er erst bei Sterben im Hospiz bemerkte, was er im Leben verpasst hat: Es ging immer nur um das Geschäft. Noch eine Filiale und noch mehr Arbeit. „Ich habe“ – so stellte er dann traurig fest - „meine Kinder kaum gesehen und bin meiner Familie kaum begegnet“. Eine Frau beschließt darum: „Immer höher, immer schneller, immer weiter! Ich will da nicht mehr mitmachen beim Immer-besser-werden-Müssen! Ist das Leben nicht mehr als ständiger Wettbewerb und ständige Selbstoptimierung“?  


Aus welchen Quellen leben wir? Und welche Quelle kann unsere Sehnsucht wirklich stillen? Viele Menschen spüren: Mit einem Leben, in dem der materielle und der berufliche Erfolg an erster Stelle stehen, verpassen wir das Eigentliche. Deswegen ist die Einladung des Propheten Jesaja so wichtig: „Auf, alle Durstigen, kommt zum Wasser“! Es ist ein Satz, der nicht nur an der Oberfläche zu uns spricht. Es ist ein Satz, der unsere Sehnsucht aufnimmt. Es ist ein Satz, der die Seele erreicht. Echte Lebensquellen gründen nicht auf guten Ratschlägen oder auf ausgeklügelten Strategien zum positiven Denken. Echte Lebensquellen kommen von dem, der uns alle geschaffen hat, der die ganze Welt erschaffen hat, der Sie und mich mit seiner Liebe anstrahlt, sodass wir diese Liebe in uns aufnehmen und irgendwann selber ausstrahlen. 
„Auf, alle Durstigen, kommt zum Wasser! Die ihr kein Geld habt, kommt“, so spricht der Prophet Jesaja im Namen Gottes. Und er weist uns damit den Weg zu einem Leben mit den anderen, in dem niemand mehr zu kurz kommt. Ein Leben, in dem wir, weil wir Zugang zum lebendigen Wasser finden, selbst zur Wasserquelle werden. So verheißt der Prophet Jesaja uns an anderer Stelle: „Wenn du Unterjochung aus deiner Mitte entfernst, auf keinen mit dem Finger zeigst und niemandem übel nachredest, den Hungrigen stärkst und den Gebeugten satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf und deine Finsternis wird hell wie der Mittag. Der HERR wird dich immer führen, auch im dürren Land macht er dich satt und stärkt deine Glieder. Du gleichst einem bewässerten Garten, einer Quelle, deren Wasser nicht trügt“ (Jes 58,9-11).      

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