Überraschende Angriffe

16.10.20, 13:51
  • Impulse
Tobias Wolf

Es gibt im Iaido, der traditionellen japanischen Kunst, das Schwert zu ziehen, eine Technik, die für mich ziemlich treffend illustriert, was in diesem Evangelium erzählt wird:

Der Krieger sitzt auf dem Boden, von der Seite kommt ein überraschender Angriff. In einer fließenden Bewegung steht der Krieger auf, zieht selbst sein Schwert und lenkt den Angriff damit seitlich vorbei. Mit einem kleinen Schritt seitwärts bringt er sich selbst in Position, den Gegner niederzustrecken.

Was hat das mit mir zu tun, fragen Sie vielleicht? Ich trage kein Schwert bei mir und werde nicht mit einem solchen angegriffen.

Nun ja, jeder von uns erlebt überraschende Angriffe, behaupte ich. Unerwartet treffen uns im Büro, in der Schule, zu Hause oder sonstwo verletzende Vorwürfe, Behauptungen, Beleidigungen. Und ich behaupte auch, jeder von uns hat ein Schwert dabei, mit dem wir vermutlich schon manches mal zu zaghaft oder auch viel zu heftig auf solche Angriffe reagiert haben.

Wie also macht es Jesus? Wenn ich den Text für mich lese, klingt er in seinen Antworten nicht verbissen oder herablassend, sondern eher ein bisschen amüsiert, als könne er den mehr oder weniger eleganten Angriff der Pharisäer gut mit Humor nehmen.

Jesus bleibt also geschmeidig, er verhärtet sich nicht. In alten Mantel- und Degen Filmen (oder bei Star Wars) stehen die Kämpfer oft minutenlang da und drücken ihre Schwerter aneinander, bis einer nachgibt. Das ist im echten Kampf genauso unnütz wie im echten Streit. Trotzdem machen wir es immer wieder: Nein-Doch- Nein-Doch-... Gegenhalten, bis einer nachgibt. Jesus weicht dem Angriff elegant aus, indem er die Fangfrage nicht beantwortet und mit einer kurzen Gegenfrage bringt er sich selbst in Position. Er geht aus diesem Wortgefecht als Sieger hervor, ohne seinen Gegner zu vernichten. Ich wünschte, das würde mir öfter gelingen: Den Angriff erkennen; geschmeidig bleiben; an mir abgleiten lassen, ohne getroffen zu sein; den „Spieß umdrehen“, aber ohne selbst zuzustechen; erhobenen Hauptes weggehen. Auch das lässt sich von Jesus lernen.

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