Von Fellen, Federkleidern und Hochzeitsgewändern

09.10.20, 17:26
  • Impulse
Peter Otten

Verrückt, wie der Evangelist Matthäus immer wieder nach Bildern dafür sucht, was er anderswo mit ungelenken, fast beamtenmäßigen Worten „Himmelreich“ oder „Reich Gottes“ nennt. Wie können wir uns das vorstellen, was das ist, wie das aussieht, wenn Gott regiert? Das ist ja auch schwierig. Eine Audienzhalle mit einem König im Hermelin und goldener Krone? Hm. Es müssen Bilder und Geschichten her. Wie die vom kommenden Sonntag. 

Da bemüht er das Bild einer Hochzeitsfeier. Alles ist bereitet. Der Ochse geschlachtet und gebraten. Nur die Gäste fehlen. Und sie haben keine Lust zu kommen. Der Hochzeitslader – der König selbst - ist erstaunt und lässt bei den Gästen nachfragen. Nö. Kein Interesse. Im Gegenteil: Die Boten werden ignoriert und um die Ecke gebracht. Eine Provokation, der König ist auf 180. 

Aber soll deswegen die Hochzeit ausfallen? Auf keinen Fall. Der König trägt seinen Leuten auf, einfach alle einzuladen, die sie treffen, „Gute und Böse“, so heißt es im Text lapidar. Und dann, tatsächlich, füllt sich der Festsaal. Aber: mittendrin sitzt einer, der hat gar kein Hochzeitsgewand an. Der König ist irritiert und fragt nach: Wie konntest du hier so aufkreuzen? 

Und in der Geschichte heißt es: „Darauf wusste der Mann nichts zu sagen.“ Und wird rausgeschmissen. 

Was für eine merkwürdige Mantel- und Degengeschichte. Das Gelingen der Hochzeit steht und fällt einzig und allein mit der Kleidung der Gäste. Übertragen auf den Ausgangsgedanken – womit steht und fällt das Reich Gottes? – könnte das bedeuten: Es hängt sozusagen von deinem Fell, deinem Federkleid, deinem Putz, deiner Kleidung ab. Es hängt davon ab, ob in deiner Haltung, deiner Art und Weise, wie du dich in der Welt bewegst etwas von dem deutlich wird, was Gottes Herrschaft zum Klingen bringt. Etwas von dem, was passiert, wenn Gott Raum bekommt: Weite, Hoffnung, Zuversicht, Gelassenheit, Trost, Solidarität, Treue.  
Am Sonntag sind um 10 Uhr Tiere in der Agneskirche zu Gast, vermutlich hauptsächlich Hunde. Aber Menschen werden auch Fotos ihrer Katzen, Vögel und Kaninchen mitbringen. (Und Kinder ihre Kuscheltiere). Tiere in ihrem Fell, ihrem Federkleid, ihrem Putz – ihrem Hochzeitsgewand quasi, um im Bild der Geschichte zu bleiben. Na klar, Tiere erzählen auch von der Herrlichkeit und Schönheit Gottes. Tiere sind treu, solidarisch, gelassen. Tiere erzählen aber auch davon, wie Menschen durch den schöpfungswidrigen Umgang mit ihnen die Schönheit Gottes verdunklen. 

Ich wünsche euch und Ihnen in der kommenden Woche viele Begegnungen mit Menschen und Tieren, die Ihnen und euch ihr schönstes Fell, ihren besten Putz, ihr Hochzeitsgewand zeigen. Und somit davon erzählen, dass Gott niemals aufhört, mit seiner Lebendigkeit die Welt zu verwandeln, selbst wenn alles dagegen spricht. 
Text: Mt 22, 1 - 14 

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