Wirf deine Sorgen auf den Herrn

28.09.20, 16:46
  • Impulse
Pfr. Dr. Peter Seul

Der Apostel Paulus fordert seine Lieblingsgemeinde in Philippi auf: „Sorgt euch um nichts, sondern

bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott“ (Phil 4,6)! Gegenwärtig gibt es allerdings weniger Grund zur Sorglosigkeit als vielmehr Anlass zu großer Sorge. Die Corona-Krise setzt seit nunmehr sieben Monaten die ganze Welt in Angst und Schrecken: Menschen sorgen sich um ihre Gesundheit und die ihrer Familien und Freunde. Ärzte und Pflegekräfte in den Krankenhäusern geben alles, um ihre an Covid19 erkrankten Patienten optimal zu versorgen.

Kinder und Enkel machen sich Sorgen um ihre alt gewordenen (Groß)Eltern in den Seniorenheimen, mit denen sie lange Zeit nur über Telefon oder Internet in Kontakt treten durften. Eltern zerbrechen sich den Kopf, wie sie Beruf und Kindererziehung zusammenbringen können. Und Sie: Wie geht es Ihnen gerade? Sind Sie sorgenfrei? Wenn nein, was macht Ihnen Sorgen?

Die Aufforderung des Apostels, die Sorgen im Gebet an Gott abzugeben, begegnet uns auch sonst

in der Bibel. Im Alten Testament heißt es: „Wirf deine Sorgen auf den HERRN, er wird dich erhalten. Niemals lässt er den Gerechten wanken“ (Ps 55,23). Auch Jesus entfaltet das Thema, vor allem in seiner Bergpredigt. So fordert er die Jünger im Vaterunser auf, um das „tägliche Brot“ zu beten. Er macht mit dem Wörtchen „täglich“ deutlich: Die Jünger sollen in diese Bitte nicht alle anderen möglichen Wünsche mit hineinlegen. Die Sorge um das, was sie heute zum Leben unbedingt brauchen, soll ihnen genügen. Alles andere können sie der Fürsorge Gottes überlassen.

Klaus Berger, ein bekannter Fachmann für das Neue Testament, schreibt in einem Kommentar zur Lesung: Die Sorge auf Gott zu werfen, ist in früher Zeit einmal ganz wörtlich verstanden worden, wenn man nämlich „Sorgen und Gebete schriftlich (auf Tonscherben…) formulierte und am

heiligen Ort anbrachte“, zum Beispiel am Tempel in Jerusalem. Dieser alte Brauch hat sich bis heute erhalten, wenn auch in abgewandelter Form. Sie kennen bestimmt das christliche Brauchtum rund um Votivtafeln. Sie können diese kleinformatigen Bilder in unseren großen und kleinen Wallfahrtskapellen finden. Votivtafeln sind auf Holz, Leinwand, Blech gemalt oder hinter Glas. Sie werden in der Regel anlässlich einer Wallfahrt gestiftet. Sie sind Ausdruck für den Dank eines Menschen, der in kritischer Situation unerwartet Gottes Hilfe erfahren hat.

Sie brauchen sich jetzt nicht unbedingt auf Wallfahrt zu begeben, nach Altötting oder Kevelaer, um Ihre Sorgen im Gebet loszulassen und sie Gott zu übergeben. Sie können es auch zuhause tun, indem Sie vielleicht die folgende „Übung“ machen: Schreiben Sie all das, was Ihnen Sorgen macht und Ihnen schwer auf der Seele lastet, auf einen Kieselstein. Den können Sie dann als ein Gebet in ein Gewässer, in einen See oder einen Fluss werfen, Ihre Sorge also symbolisch an Gott abgeben! Dem Apostel Paulus aber geht es eigentlich um mehr als zu zeigen, dass man sich in bestimmten Angelegenheiten vertrauensvoll an Gott wenden kann. Er will die Christen in Philippi vielmehr dazu bewegen, ihr ganzes Leben Gott anzuvertrauen. Ganz so wie es Jesus Christus getan hat, von dem es in einem alten Lied, das Paulus im Brief zitiert, heißt, er habe sich ganz in die Hände Gottes gegeben (vgl. Phil 2,6-11).

Die alltäglichen Sorgen Gott anvertrauen, ist also eine gute Übung und ein wichtiger Schritt dazu, sein ganzes Leben in Gottes Hände zu legen.

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