Alternativer Vorschlag: Osternacht zu Hause feiern

Wir laden Sie ein die Osternacht zu Hause zu feiern.


Hinweise und Vorbereitung:

  • Die Feier sieht eine einfache Segnung von Kerzen vor. Segnen kann jeder Getaufte und
    Gefirmte. Im Leben der Familie segnen im Allgemeinen die Eltern.
  • Vorbereiten: eine größere oder dickere Kerze, für jeden Mitfeiernden eine Kerze.
  • Die Osternacht findet in der Zeit der Dunkelheit statt, also nachts oder am frühen Morgen.

 

Hausgottesdienst

A: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. 

V: Christus ist auferstanden vom Tod. Er ist wahrhaftig auferstanden. 

Sein Licht vertreibe das Dunkel in den Herzen. A: Amen. 

 

Einstimmung 

V: Wir sind zu später Stunde (am frühen Morgen) in der Dunkelheit beisammen, um Ostern zu feiern. Anders als sonst. Und doch ist Ostern. Das Dunkel, das uns zu dieser Stunde (noch) umgibt, wird erhellt vom Licht der Auferstehung. In das Dunkel des Todes, in die seelischen und wirtschaftlichen Notlagen der Menschen, in die Ungewissheit fällt Licht. Wir dürfen hoffen. Wir dürfen auch dieses Jahr die österliche Freude miteinander teilen. 

 

Lichtgebet 

Bitten Sie alle, ihre Kerze in die Hand zu nehmen. Entzünden Sie die größere Kerze. 

V: Gott, du bist das Licht, vor dem alle Finsternis weicht. Die Kraft deines Lichtes nimmt dem Tod seine Macht: Christus ist auferstanden vom Tod. 

Das Licht der Kerzen, die wir jetzt entzünden, vertreibe das Dunkel, durch das wir in diesen Wochen gegangen sind. (Alle entzünden ihre Kerzen an der größeren Kerze.) 

Gott segne diese Kerzen (zeichnen Sie ein Kreuz über die Kerzen), segne unsere Gemeinschaft und alle, mit denen wir durch das Licht dieser Nacht verbunden sind. Darum bitten wir durch Jesus Christus, der auferstanden ist und lebt. A: Amen. 

Wenn Sie möchten können Sie hier ein Lied singen, Unser Vorschlag: „O Licht der wunderbaren Nacht …“ (GL 334) 

 

Wortverkündigung – Hören auf das Wort Gottes 

Halleluja Das Halleluja wird nach Möglichkeit gesungen. Melodien finden Sie im Gotteslob (GL 174-176.1-2). 

 

Einführung 

V: Die Lesungen dieser Nacht erzählen im Licht von Ostern die Geschichte Gottes mit den Menschen. Sie beginnt mit der Schöpfung am ersten Tag: „Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht. Gott sah, dass das Licht gut war.“ (Gen 1). Gestirne entstehen, Pflanzen und Tiere. Schließlich erschafft er den Menschen als sein Ebenbild, als Mann und Frau (Gen 1). Die Menschen sind in ein einzigartiges Vertrauensverhältnis zu ihm gerufen. Sie haben es verraten. Und dennoch sucht Gott die Menschen immer wieder, zeigt ihnen seine Nähe. Er segnet Abraham und er prüft sein Vertrauen. Er rettet das Volk Israel aus der Macht des Pharao und führt es in die Freiheit. 

Als das Volk Israel viele Jahrhunderte später wieder in Gefangenschaft gerät, tröstet Gott sie durch die Propheten: „Mögen auch Berge weichen und die Hügel wanken – meine Huld wird nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens nicht wanken, spricht der HERR, der Erbarmen hat mit dir.“ (Jes 54) Nahrungsmittel, Wasser und Wein wird es dann ganz umsonst geben. Gott will den Menschen ein neues Herz und einen neuen Geist schenken (Ez 36). 

Dieses Eintauchen in das neue Leben ist die Taufe. Paulus beschreibt es so: Wir werden in der Taufe mit dem Tod Jesu verbunden und mit seiner Auferstehung. Deshalb leben wir in der Wirklichkeit des neuen Lebens (Röm 6). Wir sind neue Menschen. Das gestörte Vertrauensverhältnis ist wiederhergestellt und zwar durch Jesus: Er spricht den Menschen die Nähe Gottes zu und schenkt ihnen Gottes Zuwendung. Er reinigt ihr Herz. Die letzte Grenze unserer Unfreiheit überwindet er: den Tod. Das ist die Botschaft der Auferstehung. Einige Frauen erfahren als erste davon

 

Das Evangelium – die Frohe Botschaft: Mt 28,1-10 

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus

+ Nach dem Sabbat, beim Anbruch des ersten Tages der Woche, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie ein Blitz und sein Gewand weiß wie Schnee. Aus Furcht vor ihm erbebten die Wächter und waren wie tot. Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier; denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch den Ort an, wo er lag! Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden und siehe, er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Siehe, ich habe es euch gesagt. Sogleich verließen sie das Grab voll Furcht und großer Freude und sie eilten zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. 

Und siehe, Jesus kam ihnen entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen und dort werden sie mich sehen. 

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus. A: Lob sei dir, Christus. 

Wenn es möglich ist, stimmen Sie hier mit Gesang in den Osterjubel ein. Unser Vorschlag: „Christ ist erstanden …“ (GL 318). 

 

Ihre ganz persönliche Predigt: 

Nachdenken oder Gespräch über das Evangelium: 

Die Frauen verließen das Grab voll Furcht und großer Freude. 

  • Nicht Angst, sondern Furcht: was war das für eine Furcht? 
  • Große Freude: woran kann sich meine Freude in dieser Nacht entzünden? 
  • Furcht und Freude zugleich – das kann heißen: Es passiert etwas Aufregendes. Was ist aufregend an der Botschaft der Auferstehung? 

 

Glaubensbekenntnis – was uns verbindet. 

V: Wenn ich meinen Glauben bekenne, es ausspreche was mich trägt und hält, dann verbinde ich mich ganz bewusst mit allen die so glauben wie ich. Das verbindet uns Christen, über die Straßen, durch unser Land, auf der ganzen Erde. 

A: Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, 

den Schöpfer des Himmels und der Erde, und an Jesus Christus, 

seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, 

geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, 

gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, 

am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; 

er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; 

von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. 

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige katholische Kirche, 

Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, 

Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen. 

 

Lobpreis und Bitte – unser Gebet in dieser Stunde. 

Aus der Freude über die Auferstehung Jesu von den Toten erwächst der Lobpreis. Wir schlagen vor die Lieder GL 328 oder 331. 

V: Dies ist die Nacht, in der Christus die Ketten des Todes zerbrochen hat und als Sieger aus der Tiefe hervorging. Zu ihm beten wir voll Vertrauen und antworten auf jedes Gebetsanliegen: Christus, höre uns. Christus, erhöre uns. 

Die Fürbitten sind das Gebet der Gläubigen für die anderen. Da bedarf es nicht vieler Worte, denn Gott kennt uns und weiß schon zuvor worum wir bitten wollen. Manchmal reicht es, einfach die Vornamen von denen auszusprechen, die man Gott ans Herz legen will. Wenn Sie möchten, können Sie auch die folgenden Fürbitten verwenden und aktuelle Anliegen ergänzen. 

  • Um österliche Weite für jene Menschen, für die das Alltagsleben in diesen Wochen eng, mühselig oder einsam geworden ist. 
  • Um österliches Vertrauen für jene, die die Angst vor Ansteckung, Krankheit, Tod oder wirtschaftlicher Not und unsicherer Zukunft umtreibt. 
  • Um österliche Kraft für alle, die sich in Medizin und Pflege, in Versorgung, Nachbarschaftshilfe und Seelsorge unermüdlich für Andere einsetzen. 
  • Um österlichen Frieden in den kleinen und großen Spannungen zwischen Menschen, Gruppierungen, Völkern und Religionen. 
  • Um das österliche Licht für unsere Verstorbenen und für alle, die von lieben Menschen unter schwierigen Bedingungen Abschied nehmen mussten. 

 

Vater unser

V: Beten wir, wie Jesus es uns gelehrt hat. 

A: Vater unser im Himmel, … 

 

Bitte um den österlichen Segen 

V: Der Vater hat Jesus von den Toten auferweckt und uns die Fülle des Lebens geschenkt. Er nehme von uns, was tötet, und setze die Kraft österlichen Lebens frei. 

V: Der Auferstandene ist den Frauen erschienen. Er zeige sich auch heute und überrasche uns mit seiner Nähe. 

V: Der Heilige Geist hat die Apostel mit Begeisterung erfüllt. Er schenke uns Freude, die auf andere übergeht, und Worte, die aufrichten und heilen. 

Und so segne uns der allmächtige Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. 

A: Amen. 

V: Bleiben wir in seinem Frieden. Halleluja, Halleluja. 

A: Dank sei Gott dem Herrn. Halleluja, Halleluja. 

Wenn Sie möchten können Sie hier noch ein Osterlied singen. Unser Vorschlag: „Das Grab ist leer …“ (GL 767) oder „Erschalle laut Triumphgesang“ (GL 775) 

 

Impressum: Hrsg.: ARGE Liturgie (Geschäftsführender Leiter: Mag. Martin Sindelar, Wien) unter Mitarbeit des Liturgischen Instituts in Freiburg/Schweiz, www.netzwerk-gottesdienst.at;  netzwerk.gottesdienst@edw.or.at Verfasserin: Dr. Gunda Brüske, Co-Leiterin des
Liturgischen Instituts der deutschsprachigen Schweiz in Freiburg