Vorschlag: Ostersonntag zu Hause feiern

Wir laden Sie zur Gestaltung eines eigenen Hausgottesdienstes zu Ostersonntag ein.

 

Was Sie vorbereiten können: 

  • Diese Feier ist gedacht als Feier vor dem gemeinsamen Osterfrühstück. Deshalb ist auch eine Segnung der Speisen vorgesehen. 
  • Suchen Sie sich in Ihrem Zuhause einen Platz zum Feiern des Gottesdienstes, wo sie sich wohl fühlen: beim Esstisch, im Wohnzimmer, auf Ihrem Lieblingsplatz. 
  • Bereiten Sie eine (Oster)Kerze vor. 
  • Bereiten Sie den Speisenkorb für die Segnung der Speisen vor. 
  • Legen Sie sich Symbole zurecht, die Ihnen hilfreich sind, etwa ein Osterbild, ein Kreuz, Blumen, eine Bibel, o.ä. 
  • Wenn Sie etwas singen möchten, legen Sie sich ein Gotteslob bereit. 

 

Einstimmung 

Am Karfreitag scheint für die Jünger und Jüngerinnen Jesu alles zu Ende zu sein: all ihre Hoffnungen sind zunichte, dass mit Jesus der ersehnte Retter der Welt gekommen ist. Und damit scheint auch ihre Zukunft gestorben zu sein! Jedes Jahr gehen wir Christinnen und Christen diesen Weg der Hoffnungslosigkeit, der Ausweglosigkeit, der Ohnmacht, der Trauer mit. Heute fällt uns angesichts der weltweiten Corona-Pandemie diese Identifikation mit den Jüngern und Jüngerinnen leichter. Auch wir sind verunsichert, verzweifelt, in Trauer wegen all des gegenwärtig erlebten Leides weltweit. Aber: in diese Dunkelheit hinein leuchtet das Osterfest! Das scheinbare Ende wird zu einem hoffnungsvollen Neubeginn: das Leben siegt über den Tod! So erfahren wir zu Ostern die Botschaft der Auferstehungszeugin Maria von Magdala: „Ich habe den Herrn gesehen: Er lebt!“ 

 

A: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen. 

V: Jesus Christus ist auferstanden. A: Er ist wahrhaft auferstanden. 

 

Entzünden der (Oster-) Kerze 

V: Zu Ostern feiern wir, dass das Leben über den Tod siegt. 

Mitten in Not und Bedrängnis erreicht uns die Botschaft: Jesus lebt! 

Das Osterlicht ist Zeichen für dieses neue Leben, das nicht mehr endet. 

Wir sind hineingenommen in diese Zusage. 

Daran denken wir, wenn wir nun die (Oster-) Kerze entzünden. 

Eine/r der Mitfeiernden entzündet die (Oster-) Kerze. 

Wenn Sie möchten können Sie hier ein Lied singen, oder Sie summen die Melodie leise und lesen den Liedtext dazu. Unser Vorschlag: „Dies ist der Tag, den Gott gemacht“ (GL 329)  

 

Eröffnungsgebet

V: Guter Gott, durch die Auferstehung deines Sohnes hast du die Welt mit Freude erfüllt. 

Gib uns die Zuversicht, dass du uns aus dem Dunkel ins Licht, aus dem Tod ins Leben führst. 

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. A: Amen. 

 

Wortverkündigung – Hören auf das Wort Gottes 

Halleluja-Ruf 

Weil das Evangelium uns immer von Jesus Christus erzählt, begrüßen wir es in besonderer Weise, bevor wir daraus lesen. Unser Vorschlag: (GL 175,2 oder GL 175,3) 

 

L: + Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes. (Joh 20,1.11-18)

Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war. Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein. Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten. Diese sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben. 

Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen,  wusste aber nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihr; Frau warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast! Dann will ich ihn holen. Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und sagte auf Hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister. Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. Maria von Magdala kam zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie berichtete, was er ihr gesagt hatte. 

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus. A: Lob sei Dir, Christus. 

Sie können den Halleluja-Ruf wiederholen. 

 

Osterlied 

Als Antwort auf die Verkündigung der Auferstehung im Evangelium können Sie ein Osterlied singen. 

Unser Vorschlag: „Dies ist der Tag den Gott gemacht“ (GL 329) 

 

Ihre ganz persönliche Predigt: 

Impulsfragen: 

Wenn Sie zu zweit oder mehrere sind, können Sie über die Fragen auch ins Gespräch kommen. 

  • Was erfüllt mein Herz gerade mit Trauer? 
  • Was berührt mich persönlich an dieser Begegnung zwischen Maria von Magdala und dem Auferstandenen? 
  • Wann war ich das letzte Mal berührt, als ich bei meinem Namen genannt wurde? 
  • Was bedeutet es für mein Leben, dass Jesus lebt? 

 

Fürbittgebet 

In den Fürbitten schauen wir über unseren eigenen Tellerrand hinaus und treten vor Gott für andere Menschen ein. Sie können Ihrem Herzen folgend einfach aussprechen, für wen Sie heute beten möchten oder auch folgende Fürbitten verwenden: 

  • Für alle Menschen, die krank sind und um ihr Leben ringen. 
  • Für alle Menschen, die in diesen Tagen über sich hinauswachsen, um anderen zu helfen. 
  • Für alle Menschen, die hoffnungslos, einsam, ängstlich sind. 
  • Für alle Menschen, die in ihrer materiellen und beruflichen Existenz bedroht sind. 
  • Für alle Menschen, die derzeit weitreichende Entscheidungen treffen müssen. 
  • Für alle Verstorbenen und für alle, die unter schwierigen Bedingungen Abschied von lieben Menschen nehmen müssen. 

 

Segnung der Osterspeisen

Wenn die Speisen noch nicht am Tisch stehen, werden sie jetzt gebracht und auf den Tisch gestellt. 

Der Ruf kann gesprochen oder gesungen werden. Die Melodie finden Sie im Gotteslob (GL 670,8). 

L: Gepriesen bist du, Herr unser Gott, dein Sohn, unser Herr Jesus Christus, 

hat immer wieder mit den Menschen Mahl gehalten. Für ihn ist das gemeinsame Essen und Trinken ein Bild für das Himmelreich. Heute sitzen wir (gemeinsam) am Tisch, um (miteinander) das Osterfest zu feiern. Aus deinem Segen empfangen wir diese Gaben: Brot, Eier, Fleisch und alle anderen Speisen. Dein Segen erfülle unser Heim und alle, mit denen wir uns verbunden fühlen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. A: Amen. 

 

Vater Unser 

V: Als Kinder Gottes dürfen wir voll Vertrauen mit den Worten Jesu zu unserem himmlischen Vater beten: A: Vater unser im Himmel, …

 

Schlusslied 

 „Das Grab ist leer …“ (GL 767) oder „Erschalle laut Triumphgesang“ (GL 775) 

 

Bitte um Gottes Segen 

V: An diesem Tag, an dem wir den Sieg des Lebens über den Tod feiern, 

stellen wir uns unter den Segen Gottes. 

V: Du Gott der Liebe und des Lebens, 

führe uns aus unserem Gefangensein in die Freiheit. 

Du Gott der Liebe und des Lebens, geh mit uns durch die Finsternis ins strahlende Licht. 

Du Gott der Liebe und des Lebens, geleite uns durch den Tod zum Leben in Fülle. 

Das gewähre uns Gott, der Vater, der das Leben schenkt, 

der Sohn, der für uns gestorben und auferstanden ist, 

der Heilige Geist, der uns untereinander verbindet und stärkt. A: Amen. 

V: Bleiben wir in seinem Frieden! Halleluja. 

A: Amen. Halleluja. 

Nun sind alle Anwesenden eingeladen, aus der österlichen Freude heraus die gesegneten Speisen miteinander zu teilen. 

 

Impressum: 

Hrsg.: ARGE Liturgie (Geschäftsführender Leiter: Mag. Martin Sindelar, Wien) unter Mitarbeit des Liturgischen Instituts in Freiburg/Schweiz, www.netzwerk-gottesdienst.at; netzwerk.gottesdienst@edw.or.at 

Verfasser: MMag. Birgit Esterbauer-Peiskammer, Liturgiereferentin Erzdiözese Salzburg.