Palmsonntag

Vorschlag zum Hausgottesdienst am Palmsonntag

Es ist eine außergewöhnliche Situation, in der sich gerade die Welt und mit ihr die Kirche befindet. Seit Mitte März haben keine öffentlichen Gottesdienste mehr stattgefunden. Dieser Vorschlag richtet sich an Sie zu Hause – ganz gleich ob Sie allein oder mit anderen, mit denen Sie zusammenwohnen, diesen Gottesdienst feiern: Wir sind durch ein unsichtbares Gebetsnetz mit allen Christinnen und Christen auf der Welt, die heute beten, verbunden. So begeht die ganze Welt gemeinsam einen Gottesdienst.


Dieser Gottesdienst ist ein Vorschlag. Er enthält das Evangelium von Palmsonntag. Sie können den Gottesdienst nach ihren Bedürfnissen anpassen, indem Sie zum Beispiel Lieder aus dem Gotteslob verwenden oder um die Lesungen erweitern. Schaffen Sie sich eine gute Atmosphäre. Gerne können Sie sich eine Kerze anzünden.

Kreuzzeichen: Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
Lied: Gotteslob

Besinnung: Zu Beginn des Gottesdienstes kann ich / können wir einige Minuten still sein und auf  die vergangene Woche zurückblicken. Ein besonderer Blick kann auf die Momente sein, die für mich besonders intensiv waren oder die ich auf ganz andere Art und Weise als üblich erlebt habe; vielleicht gibt es etwas für das ich dankbar bin. (Wenn ich mit anderen zusammen diesen
Gottesdienst feiere, dann können wir uns darüber austauschen).


Gebet: Lasst uns beten. Gott, Herr über Leben und Tod, die Frauen, Männer und Kinder auf dem Ölberg wussten noch nicht was, was bevorstand. Für Jesus selbst war es ein Schritt auf seinen Tod zu. Doch der Tod behielt nicht das letzte Wort. Es ist noch nicht lange her, da wussten auch wir nicht, was uns bevorsteht. Vieles ist auch jetzt noch ungewiss. Sende uns deinen Geist, damit wir Kraft und Mut finden Jesu Weg mitzugehen. Stärke uns und alle, die leiden, in dieser Hoffnung. Darum bitten wir dich durch Christus, unseren Herrn, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.
Amen.


Evangelium: Der Einzug Jesu in Jerusalem: Mt 21,1–11

Als sie sich Jerusalem näherten und nach Betfage am Ölberg kamen, schickte Jesus zwei Jünger aus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: / Siehe, dein König kommt zu dir. / Er ist sanftmütig / und er reitet auf einer Eselin / und auf einem Fohlen, / dem Jungen eines Lasttiers. Die Jünger gingen und taten, wie Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm nachfolgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! / Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. / Hosanna in der Höhe! Als er in Jerusalem einzog, erbebte die ganze Stadt und man fragte: Wer ist dieser? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa. 


Einladung zum Nachdenken und Austauschen:

Was bedeutet es für mich, dass Jesus kommt – auch heute?

  • Wie kann ich Jesus begleiten? Wie begleitet er mich in dieser Zeit?
  • Durch welche Stimmungen und Emotionen bin ich die letzten Wochen gegangen?
  • Welche Zeichen der Hoffnung habe ich in den letzten Tagen oder Wochen wahrgenommen?

Gebet in der Zeit der Corona-Pandemie (nach Bischof Georg Bätzing)

Allmächtiger, gütiger Gott, du bist der Schöpfer der Welt und Herr über Leben und Tod. In dieser Zeit der Unsicherheit und Krankheit bitten wir um deinen Schutz und Segen.

In deinem Sohn Jesus Christus hast du uns gezeigt, wie wir leben können, ohne Angst, sondern in Fürsorge um andere, in der Hinwendung zu den Menschen in Not und Ausgrenzung. Durch sein Kreuz und seine Auferstehung schenkst du uns Hoffnung und neues Leben.

Hilf uns, unsere Angst zu überwinden. Schenke uns deinen guten Geist, der stärkt und aufrichtet.

 

Gebet

Wir beten für alle Erkrankten – erbarme dich.
für alle im Gesundheitswesen – erbarme dich.
für alle, die Versorgung, Betreuung und Sicherheit gewährleisten – erbarme dich.
für die Entscheidungsträger in Politik und Gesellschaft – erbarme dich.
für alle, die Angst haben und verunsichert sind – erbarme dich.
für die Alten und Kranken – erbarme dich.
für die Kinder – erbarme dich.
für die, die wirtschaftlich gefährdet sind – erbarme dich.
für alle Menschen in anderen Ländern – erbarme dich.
weitere / persönliche Anliegen – erbarme dich
für die Verstorbenen und die Trauerenden [Gebet für Verstorbene: namentlich] – erbarme dich.

Auf die Fürsprache der Gottesmutter Maria, der /s Heiligen … (Heilige, zu denen ich eine besondere Beziehung habe) und aller Heiligen bitten wir um deine Hilfe. Wende uns dein Antlitz zu und sei uns gnädig. Darum bitten durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mir dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.

Vater Unser: Gemeinsam mit Christen auf der ganzen Welt dürfen wir unsere Ängste, Sorgen und Bitten, aber auch unseren Dank in dem Gebet, das Jesus uns gelehrt hat, vor den Herrn tragen:

Vater unser im Himmel…

Segen: Der Herr segne uns und behüte uns, der Herr lasse sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig; er wende uns sein Antlitz zu und schenke uns seinen Frieden!


Der Vorschlag des Hausgottesdienstes stammt von Pfarrer Peter Seul