Geistliches Wort

Liebe Gläubigen der Wallfahrtskirche St. Maria in der Kupfergasse in Köln!


Wir haben am 2. Ostersonntag, dem Barmherzigkeitssonntag, im Johannesevangelium den Bericht über die Erscheinungen des Auferstandenen vor den Aposteln am Abend des Auferstehungstages und acht Tage danach gelesen
und dürfen am 3. Ostersonntag die dritte Erscheinung Jesu am See von Tiberias vor sieben seiner Jünger vernehmen, wie sie auf den Jünger, “den Jesus liebte“ zurückgeht.


Bei der ersten Erscheinung war Thomas nicht dabei und wollte nicht glauben, dass Jesus wirklich lebt. Acht Tage darauf war Thomas dabei, als Jesus wiederum erschien und den „ungläubigen Thomas“ persönlich und geradezu handgreiflich in den Glauben hineinzog: „Sei nicht ungläubig, sondern gläubig“ worauf Thomas bekennt: „Mein Herr und mein Gott“!

Ich meinen Eltern von Herzen dankbar, dass sie mir den heiligen Thomas von Aquin zum Namenspatron gegeben haben. Er wurde wahrscheinlich während seiner Studienzeit bei Albert dem Großen hier in Köln zum Priester geweiht. Er ist nicht nur einer der größten Theologen der Kirchengeschichte, sondern war auch lyrisch begabt und hat eine Reihe von eucharistischen Hymnen verfasst.


In seinem Hymnus „Adoro te devote“, „Gottheit tief verborgen, betend nah ich Dir“ setzt Thomas Von Aquin seinem Namenspatron, dem Apostel Thomas sozusagen ein literarisches Denkmal, wenn es in der vierten Strophe heißt: „Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot, bet ich dennoch gläubig: Du mein Herr und Gott. Tief und tiefer werde dieser Glaube mein, fester lass die Hoffnung, treu die Liebe sein.“


Bei der dritten Erscheinung war Thomas ebenfalls dabei. Die Apostel hatten die ganze Nacht vergeblich im See von Tiberias gefischt. Sie sehen am Morgen Jesus am Ufer stehen, erkennen ihn aber nicht. Jesus fordert sie auf,
nochmals das Netz auszuwerfen, worauf sie das Boot voller Fische einbrachten. Das sagte der Jünger, den Jesus liebte zu Petrus: „Es ist der Herr“. Als sie alle wieder an Land waren, gab Jesus ihnen Fisch und Brot zu essen. Sie wagten nicht, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war.


Lassen wir, liebe Schwestern und Brüder, den Glauben in unseren Herzen lebendig werde, dass Jesus lebt und uns liebt. Hoffen wir darauf, dass wir bald wieder in der Feier des heiligen Messopfers die Speise des ewigen Lebens empfangen können, das Brot, das der selbst ist, die heilige Kommunion, in der wir mit ihm und miteinander vereint werden. Ich freue mich
darauf, Ihnen wieder persönlich begegnen zu können, wenn auch zunächst wohl nur mit dem nötigen Abstand.


So verbleibe ich bis dahin mit herzlichen Segenswünschen

Ihr Pastor 

Thomas Vollmer