Gedanken von Thomas Zalfen

Liebe Gemeinde von und an St. Gereon,
liebe Leserinnen und Leser.

In den vergangenen Wochen, in denen es keine öffentlichen Gottesdienste gab, hat mich ein Hinweis von Pfr. Schnegg aus St. Maria Lyskirchen immer wieder bewegt: Die Frage nach der Realpräsenz!
Wir Katholiken verbinden mit der Realpräsenz die Gegenwart des Herrn im Sakrament der Eucharistie. Daher die hohe Stellung der Messe, daher die besondere Verehrung des Eucharistischen Brotes. Daher die Verehrung dieses Brotes im Tabernakel.

Was aber, wenn wir diese Realpräsenz des Herrn nicht gut und würdig feiern können? Wo hat uns der Herr denn seine Gegenwart noch zugesagt?


Er sagt sich uns zu in den Notleidenden. „Was ihr dem Geringsten meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan.“ Caritatives Handeln, sehr wichtig zur Zeit! Aber er sagt uns seine Gegenwart aber auch in seinem Wort zu! Was also, wenn ich diese
Realpräsenz des Herrn gerade in dieser Zeit genauer in den Blick nehme? Wenn ich die Hochschätzung und Verehrung, die wir Katholiken der Eucharistie entgegenbringen mal auf das Wort Gottes in der Heiligen Schrift übertrage? Ich könnte für mich kommunizieren, indem ich die Schrift lese. Ich könnte aber auch mit dem Wort der Schrift im Mittelpunkt Gottesdienst feiern. Ich könnte mich mit anderen darüber austauschen, was dieses oder jenes Wort für mich und mein Leben bedeutet. Könnte dieser Austausch dann nicht vielleicht so bereichernd und wohltuend wie ein festliches Hochamt mit Orgelmusik, Weihrauch und schönen Gesängen sein? Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das so ist.


Daher: Das zu entdecken, das bedeutet für mich „Wort Gottes Kirche“.

 

Ihr Thomas Zalfen
Pastoralreferent