Impuls von Lisa Bretano

Liebe Menschen in unseren Gemeinden,


„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt“ sagt Jesus im Sonntagsevangelium. Die berühmtesten Gebote sind sicherlich die „10 Gebote“ im Alten Testament. Die sog. 10 Gebote sind keine Auflistung von Verboten, die an das Volk Israel ergeht, im Sinne eines „Du sollst dies nicht...“, „Du sollst jenes nicht...“. Im Gegenteil! Im hebräischen Text wird deutlich: es handelt sich nicht um juristische Einschränkungen oder starre Regeln. Es sind auch keine Einstiegsvoraussetzungen für den Bund mit Gott. Viel deutlicher wird dies, wenn man das „Du sollst“ durch ein „Du wirst“ übersetzt. Dann zeigt sich, dass die 10 Weisungen eine vollkommen logische Konsequenz aus dem Zusammenleben mit Gott sind. Dann könnte man frei übersetzen: Wenn du wirklich deinem Gott vertraust und mit ihm gehst, dann WIRST du keine anderen Götter neben ihm kann. Dann brauchst du auch kein Bild, weil du weißt wie er für dich ist und du wirst einen Tag nur für ihn reservieren und ihn dafür loben. Wenn du ihn liebst, WIRST du seinen Namen nicht missbrauchen. Wenn dir deine Familie wichtig ist, dann WIRST du deinen Vater und deine Mutter ehren. Wenn du deine Mitmenschen liebst, dann WIRST du nicht morden, nicht die Ehe brechen, nicht stehlen, nicht falsch aussagen und nicht nach etwas verlangen, was einem anderen gehört.


Was Jesus hier im Evangelium in „seinen“ Geboten auf den Punkt bringt, knüpft nahtlos an die Erfahrung des Volkes Israels an: Wer in der Liebe ist, der bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. So einfach ist das!
„Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“

Ihre Lisa Brentano
Pastoralreferentin