Gedanken von Tobias Wolf zum Evangelium

Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen und den du gesandt hast, Jesus Christus.
- Ja, schönen Dank, denke ich. Das ist alles?! Das ist das große Versprechen, das Jesus uns macht?! Die Belohnung für unsere Mühen?!
Ist das nicht ein billiger Taschenspielertrick? Jesus sagt: Glaub an mich, folge mir nach, Dein Lohn ist das ewige Leben. Und dann dreht er das ganze auf den Kopf und sagt: Übrigens, das, was ich als Voraussetzung genannt habe, ist jetzt auch einfach das, was Dir als Lohn versprochen ist. So kommt Jesus ja wohl billig davon: Er muss nichts liefern und immer erfüllt sich sein Versprechen. Soll ich mich so billig abspeisen lassen, mit diesem Trick, dass die Tat ihr eigener Lohn ist?

Gibt es da nicht ein Sprichwort zu? „Jede Tat trägt ihren Lohn in sich selbst.“
Ob da irgendwie doch was dran ist? Kann das denn schon ewiges Leben, der Himmel auf Erden sein, indem ich tue, was Jesus sagt, indem ich lebe, wie er lebt? Andersrum: Was wäre ich eigentlich für ein Nachfolger Jesu, wenn ich auf den Lohn für meine guten Taten spekuliere und das Gute nicht tue, weil es gut ist? Dann wäre ich doch nicht mehr als ein schlauer Investor.
Es kann doch eigentlich nur so sein, dass ich Jesus nachfolge, weil er mich überzeugt hat und weil ich spüre, dass dies der richtige Weg für ist. Dann bin ich mit mir und meinem Leben zu-frieden, im Frieden. Und dann ist das tatsächlich der Himmel auf Erden.
Das klingt so einfach. Dennoch komme ich dem so selten nahe. Aber Jesus traut uns fraglos zu, dass wir das können:
Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt. Das reicht, alles ist gut.

Gedanken von Tobias Wolf