Auf dem Konvent wurde über die nachstehend aufgeführten 16 Projekte  gemeinsam beraten. Die ersten vier Projekte wurden zur besonderen intensiven weiteren Bearbeitung in den Arbeitsgruppen ausgewählt. Der Konvent hat diese Projekte mit einem klaren Prüfungsauftrag versehen. (Hinter den Projekten findet sich an die Anzahl der Stimmen, die beim Konvent auf das Projekt entfielen)

Projekte

Ziel: Dort sein, wo die Menschen sind und sie so anzusprechen, dass es bei ihnen ankommt. Dazu gehört es, die eigenen Angebote zu kennen und diejenigen zu identifizieren, die aus Sicht anderer interessant sind.

Voraussetzung ist ein Nachdenken darüber, wie wir die Lebenswirklichkeit von Menschen in unserem Umfeld wahrnehmen und umgekehrt. Es wird wichtig sein, neue Verteiler aufzubauen (gefühlt werden immer dieselben Leute angesprochen), technisch up to date zu werden und social media zu nutzen. Von Kulturflyern, stadtweiten Themenheften oder von „Kirche 2go“ (Dom Radio) zu lernen, gehört dazu. Für die Innenstadt bräuchte es ein Serviceheft mit allen Grundinformationen, vor Ort wird ein Pfarrbrief für die eigene Gemeinde gewünscht.

Ziel: Wie kann der Glaube an die nächste Generation weitergegeben werden? In diesem Projekt werden konkrete Angebote überlegt, wie und wo der Glaube wachsen kann. Hierfür braucht es Räume – tatsächliche Räume und Entfaltungsräume trotz der Bedenken der Älteren. Jugendliche müssen sich selbst organisieren dürfen, benötigen aber auch Begleitung, Unterstützung und Impulse im Leben und Glauben. Neben dem Jugendpastoralen Zentrum oder zusammen mit ihm könnten Ideen zur Weitergabe des Glaubens ausgetauscht werden. Der Wunsch nach der Gründung oder Reaktivierung eines Jugendverbandes in Köln-Mitte wurde mehrfach vorgeschlagen. Fahrten und Wallfahrten z.B. nach Taizé, Assisi oder Krakau können das gemeinschaftliche Unterwegs-Sein von Kirche erfahrbar machen. Jugendführungen etwa durch Kölner Kirchen und Jugendgesprächskreise bieten Gelegenheit, Fragen der Jugendlichen zu hören und zu diskutieren.

Ziel: Alle Menschen haben Fähigkeiten, keinem hat Gott nichts mitgegeben. Diese Gabenvielfalt der Menschen soll mehr Raum bekommen. Die Kirche versteht sich als Partner, der hilft, die eigenen Charismen zu entdecken. Die Aufgabenteilung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen sollen den veränderten Rahmenbedingungen, Erwartungen und Möglichkeiten entsprechen. Sie soll aber auch neue Chancen der Beteiligung eröffnen.

Sie unterstützt Menschen unabhängig vom Grad ihrer Kirchenbindung dabei, ihre Charismen einzusetzen, vermittelt und berät. Auch im eigenen Bereich fragt sie stärker danach, was der Einzelne kann und will, und weniger danach, welche Aufgaben zu verteilen sind. Sie beendet mutig Aufgaben, für die sich nur mit Mühe Mitwirkende finden lassen. Sie bietet Kurse zur Gabenorientierung an.

Verantwortliche Aufgaben werden daraufhin überprüft, ob sie in Gemeinschaft mit Laien ausgeübt oder ihnen übertragen werden können. Für einzelne  Dinge können noch mehr Leitungsstrukturen entwickelt werden, die aus haupt- und ehrenamtlichen Teams bestehen. Priester und pastorale Dienste profilieren sich stärker als geistliche Begleiter, Impulsgeber, Teamentwickler. Sie spenden die Sakramente, sind Seelsorger und leisten den Dienst an der Einheit in Vielfalt.

Ziel: Alle Gemeinden, Gruppen und Einrichtungen investieren vor Ort in ihre Willkommensqualität und Formen der Gastfreundschaft. Alle Schnittstellen zu anderen Menschen (unabhängig vom Grad ihrer Kirchenbindung) werden erhoben und unter diesem Gesichtspunkt durchdacht.

Gute Gelegenheiten, Gastfreundschaft und Willkommen zu leben bieten sich vor und nach Veranstaltungen und Gottesdiensten. Dasselbe gilt auch für Pastoralbüros, für den Serviceteil rund um die Sakramentennachfrage, für Erreichbarkeit, Raumnutzungen, Schlüssel und Kaffeemaschinen. An die Stelle von Verbotsschildern treten Erlaubnisschilder.  Begegnungen werden immer mitgedacht und gefördert, z.B. im Kirchencafé, Besucherservice oder Seelsorge in der Kirche.

Ziel: Mit dem Pfund wuchern, was man hat. Die Kirchen werden von vielen Menschen wahrgenommen: bei Führungen, als Räume der Stille, als steinerne Glaubenszeugen, als historische Orte, in der Liturgie. Das Projekt soll für eine Öffnung der Kirchen Sorge tragen, nicht nur zeitlich (Öffnungszeiten), sondern auch mit interessanten Angeboten außerhalb von Gottesdiensten.

In der Gestaltung des Empfangsbereichs, im Service (temporäres Pfarrbüro) und in der Einrichtung eines in den Kirchen präsenten Besucherservice werden Chancen gesehen. Führungen wären auch im Sinne von geistlichen Führungen oder als persönliche Glaubenswege und für Kinder auszubauen. Auch könnten Kinder selbst zu Kirchenführern ausgebildet werden. Ggf. sind ergänzende Begegnungsmöglichkeiten in einem Kirchencafé in den Blick zu nehmen. Kunst und Kultur haben eine Brückenfunktion, die aber nicht selbsterfüllend ist, diese wird gezielt angestrebt.

 

Ziel: Es wird ein Ort geschaffen für die, die nichts zu sagen, aber viel zu erzählen haben. Mit einer gemeinsam getragenen Sozialkirche leisten die Christen in Köln-Mitte einen sichtbaren Beitrag zu einer neuen Kultur des Miteinanders für Wohnungslose und Arme sowie alle, die sich diesbezüglich in einer glücklicheren Situation befinden.

Es geht um Hilfe im Vorfeld und in Kooperation mit professioneller Hilfe. Die Sozialkirche hebt das bisherige Engagement von Gemeinden, Gruppen und Einrichtungen in diesem Bereich nicht auf, sondern ergänzt sie.
Daraus hervorgehen könnte ein gemeinsamer Ort, an dem sich Menschen tagsüber aufhalten können, wo miteinander gegessen wird, wo es niedrigschwellige Beratung und Hilfsangebote gibt, wo aber auch der Toten gedacht (Gedächtnissteele) und das Kirchenjahr sowie persönliche Feste gefeiert werden können (Weihnachten, Ostern, persönliche Namenstage). Dieser Ort soll auch dazu dienen, den Betroffenen Gehör zu verschaffen (Armutskonferenz nicht für, sondern mit den Betroffenen) und Menschen bei der Verbesserung ihrer Situation partnerschaftlich zu helfen. Er lebt aus der Haltung des Zuhörens und verschenkt vor allem Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Freude. Bei allen Maßnahmen ist die Qualität er mitmenschlichen Begegnung genauso wichtig wie die der geleisteten Hilfe.

 

Ziel: Es wird ein Netzwerk gegründet, welches Pfarrei-übergreifend in Kooperation mit anderen Partnern drei Aspekte abdeckt: Es bietet Möglichkeiten für Senioren, sich zu engagieren, es setzt sich zudem ein für Senioren, die selbst Engagement brauchen (s. Einsamkeit, Armut im Alter etc.) und fördert auch Zusammenschlüsse zugunsten von Seniorenthemen in der Stadt (s. Gentrifizierung, Auseinanderdriften der Gesellschaft).

Kirche beteiligt sich an bestehenden Netzwerken und profiliert sich als ein sozialer Akteur in der Stadt. Ein Beispiel sind generationenübergreifende Projekte von Jung und Alt gemeinsam. Junge Menschen werden für ein Engagement gewonnen und von Anfang an in die Planungen miteinbezogen. Dieses Projekt kann auch im Kontext der Familienzentren und der KiTa-Arbeit gedacht werden.

Ziel: Kinder- oder Familienkirche wird neu gedacht, sie ist nicht begrenzt auf Kinder- und Familiengottesdienste vor Ort oder Kinderbetreuung.
Es wird vielmehr ein kinderpastorales Zentrum aufgebaut, eine Mitmach-Kirche (Kinderkirche „Phantasialand“) inklusive Familiencafe.

Hier finden sich familienkatechetische Angebote, bei denen die Familien selbst die Gestalter sind. Die Glaubensweitergabe von Eltern an ihren Kindern (und umgekehrt!) wird aktiv gefördert, es gibt Glaubenskreise für Eltern, niedrigschwellige Erziehungsberatung, kreative Angebote. Eltern werden motiviert, mit ihren Kindern Glauben zu leben, es gibt Väterangebote und auch Anregungen für zuhause (charity.begins@home, Nachbarschaftshilfen, Hausgabenhilfen). Die Gemeinden, Gruppen und Einrichtungen können mit den ihnen angeschlossenen Familien die Angebote der Familienkirche nutzen. Gemeinden werden beraten, um sich vor Ort stärker für Familien zu profilieren (Analyse von Räumen und Potenzialen).

 

Ziel: Die KiTas und Familienzentren werden stärker als pastorale Orte profiliert, an denen familienkatechetische Angebote für Eltern und Kinder in Zusammenarbeit mit Gemeinden / Gruppen und Einrichtungen gemacht werden.

Sie werden möglicherweise Tauforte, Orte der Vorbereitung auf die Erstkommunion und/oder bilden kleine christliche (überkonfessionelle) Gemeinschaften aus. Die Kitas versuchen die Bedürfnisse der Eltern nach früheren und längeren Öffnungszeiten aufzugreifen. Sie profilieren sich als Ort für benachteiligte Familien z.B. durch musikalische Frühförderung. Sie erweitern ihr Beratungsangebot.

Ziel: Dieses Projekt verfolgt mehrere Ziele:

1. Es ermöglicht Beteiligung und gegenseitiges Glaubenszeugnis, es erleichtert Menschen unabhängig von ihrem Vorwissen den Zugang zu gemeinsamer Liturgie und persönlichem Gebet. Niemand soll Angst haben, sich falsch zu verhalten. Gesellschaftliche und lebensgeschichtliche Ereignisse fordern besondere Gottesdienste. Die Menschen können eigene Texte, eigene Musik einbringen, eigene Fragen und Themen einbringen (ohne langes Vorarbeiten).

2. Es wird verstärkt auf die Gottesdienstqualität geachtet, also auf eine würdig und stimmig gestaltete Feier, was in unterschiedlichen Aspekten zum Ausdruck kommt (z.B. Gewänder, Gabengänge, Raum für Stille …). Formen von Gottesdienstleitung (und Predigt) durch Laien werden nicht als Mangel verstanden und gezielt entwickelt. Es gibt eine Predigt- und Gottesdienst-Feedbackkultur. Schließlich wird auch eine Einbeziehung der Kirchenmusik und von Projektchören vorgeschlagen, die oft auch eine Brücke sind zu Menschen mit geringer Kirchenbindung und einen hohen Grad an Beteiligungsmöglichkeiten bieten.

3. Die Vielfalt an gottesdienstlichen und liturgischen Formen soll gefördert werden, auch durch die Qualifizierung und Profilierung einzelner Kirchorte für bestimmte Gottesdienstformate (z. B. lateinisches Hochamt in St. Aposteln, Gottesdienst der Gemeinschaft von Jerusalem in Groß St. Martin)

Ziel: Viele tausend Menschen besuchen täglich die Kölner Innenstadt. Dies könnte eine Chance sein, mit durchdachten Angeboten in der Fußgängerzone oder an belebten Plätzen präsent und ansprechbar zu sein. Kirche auf den Laufwegen der Menschen, im Dialog mit Handel und Gewerbe im Umfeld. Denkbar wären Angebote in Verbindung mit einer Kirche als Ruheraum, ein Straßencafe mit Gesprächsgelegenheit, Filmangebote, Glaubensgespräche in Kneipen, Straßenevangelisation und spezielle Angebote bei öffentlichen Veranstaltungen (Karneval, Weihnachtsmarkt). Wenn eine Citykirche ermöglicht werden kann, dann auch mit Aufenthaltsqualität, Veranstaltungen und Präsenzbibliothek.

Ziel: In der Stadt voller konkurrierender Sinnangebote von Yoga bis Zenbuddhismus sich nicht verstecken, sondern mit dem Ureigenen rausgehen, auf christliche Angebote vertrauen und sie aktiv einbringen, kontemplative und ignatianische Angebote, spirituelle Kompetenzen den Suchenden zur Verfügung stellen, geistliche Übungen und Mediation anbieten, Gott im Alltag / im eigenen Leben wahrnehmen.

Spirituelle Erfahrungsräume bekannt machen und vernetzen (z.B. Taizé-Gebet oder Gottesdienste in Groß St. Martin). Geistliche Tankstellen eröffnen, Räume der Berührung, damit die Sehnsucht (nach Gott) wachsen kann, Räume der inneren und äußeren Ruhe für Menschen vor oder nach der Arbeit sowie für Bürogemeinschaften, am Wochenanfang und -ende. Ein Motiv ist die Heiligung des Alltags. Es sind Orte auf Zeit, die den spirituellen Bedürfnissen der Menschen heute entgegenkommen, z.B. für Exerzitien im Alltag, Kloster auf Zeit etc. An diesen Tankstellen sind seelsorgliche Einzelgespräche möglich.

 

Ziel: Kirche als pilgerndes Gottesvolk verstehen und erlebbar machen, ein Neuansatz beim Pilgern und Wallfahren finden, der den Menschen von heute entspricht, individuelles Pilgern fördern, Bewährtes (Wallfahrten zur Muttergottes, nach Kevelaer, Nievenheim oder Trier u.a.) einsetzen, thematisches Kurzpilgern anbieten, Wallfahrten medial unterstützen und mit modernen Mitteln öffentlich machen.

 

Ziel: Gerade in einer Zeit großer Verletzlichkeit und Trauer sollen Menschen uneingeschränkt die Zuwendung der Kirche erfahren und sie als Stütze erleben. Das beginnt mit einem guten Service (Beerdigungshotline, Beratung) und seelsorglichen Gesprächen, über die Beerdigungsfeier selbst und Hilfen im Alltag.

Für unterschiedliche Menschen wären auch unterschiedliche Angebote zu machen (s. Sinus-Millieu-Studie). Trauerbegleitung kann sich über mehrere Stationen erstrecken, nicht nur in den ersten sechs Wochen. Eine Kooperation mit der Telefonseelsorge wäre wünschenswert. Ein weiteres Augenmerk sollte auch auf der Gestaltung von Friedhöfen (Kolumbarien?) liegen.

Ziel: Bei allen größeren Projekten wird darauf geachtet, begleitend Schulungsangebote zu machen. Ausdrücklich genannt wurden Aus- und Weiterbildung für Ehrenamtliche mit Leitungsaufgaben (Teams von Verantwortlichen), Gabenseminare bzw. Charismenschulungen, Ausbildung zum geistlichen Begleiter / zur geistlichen Begleiterin oder als Laienpredigerin sowie Schulungen im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und social media und zur Stärkung der Feedbackkultur. Außerdem wird es (verstärkt) Lern- und Kennenlernangebote für Menschen geben, die mehr über den Glauben wissen wollen: Alphakurse, theologische Seminare, theologische Kurzimpulse und „Glauben für Erwachsene“.

Ziel: Der Dialog mit dem öffentlichen Raum wird gestärkt. Kirchorte werden als Kompetenzzentren wahrgenommen und von ihrem Umfeld genutzt. Kirche bietet eine Plattform für Gespräche über kritische Themen, kirchliche wie nichtkirchliche und dient so der Klärung. Sie bringt einen Beitrag zu Förderung der Dialogkultur und friedlichen Diskussion. Sie nutzt dabei das Modell „Bürgerplattform“. Als zwei wesentliche Orte werden Schulen und die Ökumene gesehen.

Koordinationsbüro Köln-Mitte

Gereonskloster 2
50670 Köln

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