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„Der Hörende“ von Toni Zenz

Ausstellung vom 20.02. bis 12.04.2026 in St. Maria im Kapitol
Der Hörende Toni ZenzII
Datum:
4. Feb. 2026

Die Stiftung Toni Zenz und seine Ehefrau Hildegard haben mit der Toni und Hildegard Zenz-Stiftung den umfangreichen künstlerischen Nachlass einer breiteren Öffentlichkeit geschenkt. Die künstlerische Arbeit des Bildhauers Toni Zenz ist geprägt von einer tiefen theologisch-mystischen Auseinandersetzung mit Gott, dem Glauben und der Bibel. Mit seiner Stiftung wollte das Stifterpaar sicherstellen, dass die Werke im Kölner Atelier erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich bleiben. Gedacht ist auch an externe Präsentationen und an Publikationen, die das Werk Zenz’ lebendig im Bewusstsein halten - als zeitlose Übersetzung der biblischen Botschaft von Liebe, Erbarmen und Gerechtigkeit.

St. Maria im Kapitol
Toni Zenz pflegte seit jungen Jahren eine besondere Beziehung zu St. Maria im Kapitol. Hier versammelte sich in politisch bedrängter Zeit am Vorabend des Sonntags die Katholische Jugend Kölns zur Komplet.Vergleichende Blicke auf die Gestaltung eines Tabernakel-reliefs (Gubbio, Obdachlosenseelsorge, s. Foto links) und das historische Portal im südlichen Seitenschiff der Kirche mögen die Inspiration des Künstlers verdeutlichen.

Msgr. Rainer Hintzen, Pfarrvikar an St. Maria im
Kapitol, schreibt im Sonntagsblatt vom 3. Sonntag im Jahreskreis: In unmittelbarer Nähe zum Kunstwerk des Fastentuches von Fr. Kreutzer-Temming vor dem Kreuz von 1300 in der Kreuzkapelle, dürfen wir in dieser Fastenzeit in der Hirzkapelle ein weiteres beachtenswertes Kunstwerk beheimaten und meditieren.
Es handelt sich um die sehr bekannte Figur „Der Hörende“ des Kölner Künstlers Toni Zenz. Unser Gemeindemitglied, Herr Hartmut Stedem — ein Neffe des verstorbenen Künstlers — hat uns in diesem Jahr mit der Ausstellung der Figur hier in unserer Basilika ein großes Geschenk gemacht. Ansonsten hat die Figur ihren festen Standort im ehemaligen Atelier von Toni Zenz und ist dort Bestandteil einer Sammlung verschiedenster Werke des Künstlers. Vielleicht motiviert das Betrachten des Kunstwerkes den einen oder die andere auch einmal zu einer Besichtigung des besagten Ateliers hier in Köln!? (Siehe Einladung 12.4!)
Motivieren möge uns die ausgestellte Figur auf jeden Fall dazu, über unsere Hörbereitschaft auf Gott und Welt nachzusinnen. Das beeindruckende und berührende Kunstwerk lädt dazu ein.
Möge diese Fastenzeit im derzeitigen Verlust von Hörbereitschaft, Achtsamkeit und Dialogbereitschaft mittels des Kunstwerks eine ermutigende und uns nachdenklich stimmende Einladung und Herausforderung sein.

Toni Zenz war Zeit seines Schaffens ein christlicher Künstler und ein stiller Mensch. Nur auf diesem Hintergrund konnte sein Werk entstehen und lässt es sich verstehen. 
Zenz wurde am 7. Juni 1915 in Köln-Ehrenfeld geboren. Er studierte Bildhauerei an den Kölner Werkschulen: 1932-34 war er Schüler von Toni Stockheim, 1934-36 Schüler von Wolfgang Wallner. Anschließend wirkte er als freier Bildhauer, arbeitete in Hartholz und Stein, vor allem aber in Bronze. Er bekam zahlreiche Aufträge für Skulpturen und Reliefs sowie komplette Kirchenraumgestaltungen von Pfarr-gemeinden, u.a. in Hamburg, Köln, Braunschweig, Aachen und Essen.
Toni Zenz lebte und arbeitete bis zu seinem Tod am 18. März 2014 im Haus Schlagbaum in Köln-Holweide.