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Agnes und Ali

Schulweghelden – Agnes und Ali zeigen, wie es geht!

Schlaue Vögel, genervte Heilige und freche Radfahrer: Der verrückteste Schulweg Kölns

Es ist ein sonniger Montagmorgen und Ali macht sich auf den Weg, um seine Freundin Agnes abzuholen. Agnes ist manchmal ein bisschen spät dran und so ist Ali gar nicht mal überrascht, dass seine Freundin noch auf den Socken durch die Wohnung flitzt. „Mama, was für eine Jacke soll ich denn anziehen?“ ruft sie gerade. „Schatz, das ist eigentlich egal. Nimm‘ dir irgendeine.“ Agnes greift zu der fröhlichen quietschgelben Jacke und flüstert Ali zu: „Mama ist ja total lieb – aber in der Schule haben wir doch zuletzt besprochen, dass es besser ist, eine auffällige Jacke anzuziehen, damit mich alle besser sehen können.“ Endlich – Agnes ist fertig angezogen, sie schnappt sich die Schultasche und los geht’s.

Kaum haben die beiden das Haus verlassen, müssen sie zur Seite springen. Der alte Herr Hennes von nebenan war schon mit dem Fahrrad die Brötchen holen. Die Tüte baumelt von seinem Lenker und er fährt auf dem Gehweg. „Entschuldigung, Ihr Lieben. Ich konnte wegen der Tüte nicht richtig bremsen. Gut, dass Ihr aufgepasst habt!“ Schon steht auch Frau Hennes in der Haustüre: „Meine Güte, habe ich dir nicht oft genug gesagt, dass nur Kinder unter zehn Jahren auf dem Gehweg fahren dürfen? Du bist doch viel zu alt für so einen Unsinn! Und die Brötchentüte, die gehört doch in das Fahrradkörbchen! Du musst doch die Hände frei haben!“ Herr Hennes schaut beschämt auf den Boden.

Die beiden gehen weiter und kommen an eine Ampel. Natürlich ist sie rot. „Warum sind Ampeln eigentlich immer rot, wenn man ankommt?“ fragt Agnes. Ali weiß das auch nicht, aber er schaut auch gerade zu Frau Schmitz, die angerannt kommt. Alle wissen, dass Frau Schmitz immer viel zu tun hat und deswegen immer in Eile ist. So ist es auch jetzt, sie sprintet über die Ampel und … Ach, Herrje, sie hat den Radfahrer nicht gesehen, der da gerade angefahren kommt. Er kann gerade noch bremsen und brüllt Frau Schmitz zornig an „Sie haben wohl Tomaten auf den Augen? Sie können doch nicht bei rot über die Straße rennen!“ Die Frau springt schnell zurück auf den Gehweg. „Kinder – Mensch, an Euch muss ich mir doch ein Beispiel nehmen. Ihr macht das doch richtig! Lieber für die Sicherheit ein bisschen warten, als im Krankenhaus zu liegen!“ Ali und Agnes nicken.

Agnes und Ali haben jetzt endlich die Spielstraße erreicht. „Hier können wir endlich mal richtig über die Straße laufen“, sagt Ali zufrieden. Schon hupt es hinter ihm, denn da kommt ein Mann auf einem Motorroller angefahren. „Platz da, Kleiner!“ ruft er „Ich muss mich beeilen!“. Jetzt kommt Hilfe von unerwarteter Seite: Im Baum sitzt ein kleiner Vogel, der den Kopf schüttelt: „Autofahrer, Motorradfahrer, Radfahrer und Elektrorollerfahrer dürfen doch in der Spielstraße nur im Schritttempo und ganz langsam fahren. Hier ist doch keine Rennbahn! Das pfeifen doch die Spatzen von den Dächern!“ Der Vogel schwingt sich in die Luft – und kackt dem Motorrollerfahrer auf den Helm. Agnes und Ali lachen sich kaputt.

Weiter geht es auf dem Schulweg. Agnes und Ali kommen zum Zebrastreifen. Hier ist richtig viel los, Frau Fröhlich schiebt einen Kinderwagen über den Zebrastreifen, Herr Fröhlich fährt mit dem Skateboard darüber und die Autofahrer halten für sie an. So soll es sein. Da kommt auch noch ein Radfahrer angefahren. Aber er hält am Zebrastreifen an und überquert ihn erst, als alles frei ist. „Das ist ein schlauer Radfahrer.“ sagt Agnes beeindruckt „Der weiß, dass er nur wie ein echter König des Zebrastreifens behandelt wird, wenn er kurz absteigt und sein Rad schiebt. Der Verkehr auf der Straße muss nämlich nur für Menschen halten, die zu Fuß über den Zebrastreifen gehen.“ Agnes und Ali stellen sich am Zebrastreifen auf. Da kommt auch schon ein Auto angefahren. Es bremst vor dem Streifen. Ali guckt auf die Reifen des Autos, ob es auch richtig steht und schon können beide sicher die Straße überqueren. 

Jetzt müssen sie noch den großen Platz vor der Kirche überqueren. Hier ist richtig was los. Leute sind zu Fuß unterwegs, mittendrin flitzen Radfahrer und Elektrorollerfahrer. Aufgepasst – da kommt sogar ein Motorradfahrer! „Für wen ist der Platz eigentlich?“ fragt Ali „dürfen die hier wirklich alle fahren?“ Zu seiner Überraschung beantwortet das eine der Heiligenfiguren an der Kirche: „Hier dürfen nur Menschen, die zu Fuß oder mit Rollschuhen unterwegs sind, laufen. Wer mit dem Fahrrad oder noch schlimmer mit einem Motorrad unterwegs ist, der darf hier nicht fahren. Auch für Elektroroller ist das verboten. Was man hier aber manchmal sieht, das bringt auch einen Heiligen fast zur Weißglut“ sagt der Heilige und schwenkt ein Schild. „Aber das willst du doch wohl niemandem an den Kopf werfen?“ fragt Agnes. „Natürlich nicht, sagt der Heilige entrüstet „ich bin ein Heiliger. Die tun so etwas nicht! Aber ich wünsche mir doch, dass alle mehr Rücksicht aufeinander nehmen.“ Agnes und Ali nicken.

Jetzt sind sie fast an der Schule angekommen. Agnes und Ali müssen nur noch eine kleine Straße überqueren. Hier gibt es keine Ampeln und keine Zebrastreifen aber natürlich geht das auch so. Die beiden stellen sich an einem Bereich hin, wo sie die Straße gut überblicken können und wo sie auch selbst gut zu sehen sind. Sie gucken nach links – da kommt keiner – sie gucken nach rechts – da kommt keiner – noch einmal fix nach links – immer noch keiner. Schnell können sie zügig über die Straße gehen und schon sind sie an der Schule. „Agnes, deine Jacke leuchtet heute wie eine kleine Sonne, dich würde ich ja schon mit geschlossenen Augen sehen.“ lobt ihre Lehrerin „Toll ist auch, dass Ihr zwei so pünktlich seid“. „Klar,“ sagt Ali „wir sind ja auch früh genug losgegangen und brauchten uns nicht zu hetzen.“ Die Lehrerin lächelt „Dann seid Ihr sicher gut genug ausgeruht, damit wir heute das Thema „Sicherer Schulweg“ besprechen können.“

Sie kann gar nicht verstehen, warum Ali und Agnes sich vor Lachen bekringeln.

 

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