Kunstkreis St. Agnes

205 Flaggen, aufgelöst in Farben – Vera Drebusch und Florian Egermanns Installation verschönert Bauzäune rund um St. Agnes
Vera Drebusch und Florian Egermann zeigen ihre Installation „Flagge“ rund um die Agneskirche in Köln. 205 Nationalflaggen wurden dafür auf ihre Farben reduziert und in abstrakte Farbbalken übersetzt.
Mit Hilfe einer speziellen Software analysieren Vera Drebusch und Florian Egermann für jede Flagge den prozentualen Anteil der verwendeten Farben an ihrer Fläche, um daraus die Farbbalken entwickeln zu können. Ursprüngliche Zeichen und Symbole wie Sterne, Wappen, Kreuze oder Halbmonde verschwinden dabei. Was bleibt, sind Farbflächen und ihre jeweiligen Proportionen.
Die Farbbalken wurden an sechzehn Bauzäunen rund um St. Agnes angebracht. Die Installation trifft damit unmittelbar auf die besondere Situation des Ortes: Die Agneskirche wird derzeit saniert und die Bauzäune prägen für die Dauer der Arbeiten den öffentlichen Raum rund um die Kirche.
Die Flagge ist ein Zeichen, das Zugehörigkeit sichtbar macht. Sie steht für ein Land, eine Gemeinschaft und eine gemeinsame Identität. Gleichzeitig kann sie aber auch Grenzen markieren und für politische Macht, Konflikte oder Abgrenzung stehen. In Drebusch und Egermanns Installation werden die nationalen Symbole ihrer konkreten Form entzogen und in eine gemeinsame abstrakte Form überführt.
Die so entstandenen 205 Farbbalken stehen für die Nationalflaggen der Welt. Die Installation bewahrt dabei die jeweiligen Farben und ihre Proportionen, löst sie aber aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang. Aus den einzelnen Flaggen entsteht so ein neues, gemeinsames Bild.
Für St. Agnes bekommt die Arbeit eine besondere räumliche Dimension. Die Agneskirche steht mitten im Agnesviertel und gibt dem Viertel seinen Namen. Die Installation umspannt den Ort von außen und verbindet die aktuelle Baustellensituation mit dem öffentlichen Raum. Die vielen unterschiedlichen Farbbalken treffen hier auf einen Ort, der von einer vielfältigen Stadtgesellschaft geprägt ist.
Das Kunstprojekt „Flagge“ wurde bereits in unterschiedlichen Formaten und an verschiedenen Orten realisiert. 2026 wurde die Arbeit unter anderem im öffentlichen Raum in Hamburg-Mümmelmannsberg als Installation auf Kreisverkehren gezeigt. In Köln war eine Handflagge der Arbeit bereits im Zusammenhang mit einer Performance im Kölnischen Kunstverein zu sehen. Mit der Installation rund um die Agneskirche erhält das Kunstprojekt – dieses Mal als sechzehnteilige Serie gestaltet – eine neue, ortsspezifische Facette: Die Flaggen treten hier in einen unmittelbaren Dialog mit dem öffentlichen Raum und dem vielfältig geprägten Agnesviertel.
„Flagge“ ist vom 13. September 2026 bis Anfang 2027 um St. Agnes, Neusser Platz 18, 50670 Köln, zu sehen.
· Samstag, 26. September , 20:00 Uhr: „Raise Your Colour“ Agnes legt Platten auf mit den DJs Norbert Bauer und Martin Dambowy