Glaube, Liebe, Hoffnung

Grußwort zum November von Pfarrer Dr. Meiering
glaubeliebehoffnung
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Datum:
4. Nov. 2020
Von:
Katholisch in Köln-Mitte

Liebe Schwestern und Brüder, lieber Freundinnen und Freunde unserer Kirchengemeinden in der Kölner Innenstadt!

„Der November wird traurig!“ So sagte mir heute Morgen eine junge Frau. „Nicht nur wegen des kleinen Lockdowns. Sondern auch, weil viele schöne Ereignisse nicht so stattfinden können wie gewohnt, vom Martinszug angefangen bis hin zu den Weihnachtsmärkten.“ 

Ich habe geantwortet: „Nein, der November wird anders!“

Ja klar, es ist traurig, dass manches nicht so sein kann wie gewohnt. Aber ich behaupte, dass wir die Kraft in uns haben, etwas draus zu machen. Und die Fähigkeit im Miteinander, es zu gestalten. In den vergangenen Wochen habe ich viel Kreativität erlebt im Hinblick auf das Leben in unseren Gemeinden und in unserer Stadt. Und ich zähle darauf, dass wir auch weiterhin Angst und Unsicherheit in der derzeitigen Corona-Krise mit Solidarität und Verantwortung füreinander beantworten werden. Wir sind in dieser Phase der Pandemie mit unseren Kernkompetenzen als Christen gefordert: GLAUBE, LIEBE und HOFFNUNG zu leben und weiterzuschenken.

Daher wiederhole ich gerne, was ich an anderer Stelle bereits verschiedentlich erbeten habe:

Vertrauen wir den Verantwortlichen der staatlichen Stellen und unseres Erzbistums, dass die Entscheidungen, die uns, unseren Alltag, den Alltag unserer Gemeinden bestimmen werden, zu unserem Wohl getroffen werden. Halten wir uns an diese Anweisungen. Denn sie haben, anders als manchmal wir als Einzelne, das Ganze im Blick. Vertrauen wir ihnen auch, wenn wir die Anweisungen nicht ganz verstehen oder persönlich die Lage anders einschätzen.
Vertrauen wir auf die Mitmenschlichkeit. Helfen wir einander, wo es nötig ist. Achten wir aufeinander! Und halten wir Kontakt - über das Telefon ist das doch auch leicht möglich.
Vertrauen wir auf Gott. Unser Leben ist in seiner Hand. Deshalb versuchen wir bei allem notwendigen Überlegen und Handeln, dieses Vertrauen in seine Größe nicht zu vergessen. Beten wir auch mit- und füreinander in unseren Gottesdiensten und daheim. Und vergessen in unseren Gebeten all jene nicht, die in diesen Tagen körperlich, seelisch und wirtschaftlich zu leiden haben.
Für unser kirchliches und gemeindliches Leben gilt natürlich genauso wie für alle anderen in unserer Gesellschaft, dass wir uns nun in mancherlei Hinsicht einzuschränken haben. Es ist mir aber wichtig, folgende Eckpunkte noch einmal für alle vor Augen zu führen: 

Gottesdienste finden weiter wie gewohnt statt. Die Zahl der Gottesdienstteilnehmer richtet sich nach wie vor nach der Zahl der Plätze, die mit Hygieneabstand besetzt werden können.
Alle werden in unseren Kirchen am Eingang bei der Abgabe/Kontrolle der Kontaktdaten aufgefordert, während des ganzen Gottesdienstes die Maske zu tragen. Es ist aber auch zu beachten, dass es immer wieder v.a. ältere Menschen gibt, die von der Maskentragepflicht dispensiert sind.
Wir dürfen in unseren hohen und weiten Kirchen 10 Minuten pro Gottesdienst singen, der Gottesdienst sollte nicht länger als eine Stunde dauern. (Die behördlichen Bestimmungen zu Veranstaltungen, Versammlungen, Festen o.ä. haben – wie bisher – keine Gültigkeit für den liturgischen Bereich. Entgegenstehende kommunale Auflagen haben – in expliziter Absprache mit dem Land NRW – keine Gültigkeit mehr.) Im Freien ist die Singzeit nicht begrenzt.
Chorgesang kann unter den alten Bedingungen weiterhin stattfinden. Chorproben und Chorsingen ist unter Wahrung eines Mindestabstandes von zwei Meter der Sänger untereinander gemäß den Vorgaben der Anlage „Hygiene- und Infektionsstandards“ zur Coronaschutzverordnung erlaubt. (Für Chorproben gilt: mind. 7 qm Raumgröße pro Person, alle 30 Minuten Querlüften, vorzugsweise in Kirchenräumen (abseits der Heizungsschächte) proben, max. 90 Min. Probendauer, nach Möglichkeit im Freien proben)
Mancherlei Veranstaltungen und Führungen müssen leider ausfallen. Es ist aber ausdrücklich erlaubt, dass geistliche Konzerte unter den gleichen Bedingungen stattfinden können, wie sie für Gottesdienste gelten. Auch alle geistliche Veranstaltungen, also Andachten, Musiken und Katechesen in unseren Kirchen können stattfinden. 
Liebe Schwestern und Brüder, ich bin sicher, dass wir diese bevorstehende Zeit nicht nur mit Traurigkeit sondern ebenso mit Kreativität und Solidarität durchwandern werden – vielleicht gibt es ja hier und sogar Heiterkeit und Freude. Und wir versuchen das mit Glaube, Hoffnung und Liebe. Das alles können wir. Wir haben jemanden, der es uns vorgelebt hat. Seinem Beispiel können wir nun folgen.

Mit sonnigen Grüßen in stürmischen Zeiten

Ihr und Euer Pfarrer Dr. Dominik Meiering