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Groß St. Martin
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Groß St. Martin
Kloster in der Stadt

Groß St. Martin

Heimat der Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem

Mitten aus der Altstadt von Köln ragt der unverkennbare Turm von Groß St. Martin und prägt seit jeher das Kölner Stadtpanorama. Im 12. Jahrhundert als Abteikirche auf römischen Vorgängerbauten errichtet, ist Groß St. Martin seit Jahrhunderten (mit Unterbrechung im 19./20. Jhdt.) ein spirituelles Zentrum klösterlichen Lebens im Herzen der Stadt.

Seit 2009 dient Groß St. Martin den Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem als erste Niederlassung in Deutschland. Seitdem leben und beten hier die Schwestern und laden mehrmals am Tag dazu ein, mitten in der Großstadt Gott zu entdecken - Sei es in kontemplativer Einkehr und Stille oder im Rahmen der besonderen, vierstimmig gesungenen Liturgie.

 

Regelmäßige Termine:

 

Gottesdienste

Dienstag, Donnerstag, Freitag 18.30 Uhr
Sonntag 11 Uhr 

 

Eucharistische Anbetung
Donnerstag 19.15-21 Uhr

 

Laudes
Dienstag-Freitag 7 Uhr
Samstag & Sonntag 8 Uhr

 

Mittagsgebet
Dienstag-Samstag 12.30 Uhr

 

Vesper
Dienstag-Freitag 18 Uhr
Samstag & Sonntag 18.30 Uhr

Weitere Informationen zu Veranstaltungsreihen, Gruppierungen vor Ort und mehr erhalten Sie

auf der Homepage der Gemeinde

Gottesdienste, Konzerte und mehr in der Kalenderansicht

Monastische Gemeinschaften von Jerusalem

Leben in den Wüsten der Städte

'In der Wüste der verstädterten Welt werde Dein Kloster zu einer Oase des Friedens, des Gebets und der Freude.'  Lebensbuch von Jerusalem § 141

Allerheiligen 1975 wurden mitten in Paris, in St. Gervais, die Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem durch Bruder Pierre-Marie Delfieux gegründet – im Geist des II. Vatikanums, aber auch aus der Wüstenerfahrung heraus, die er zwei Jahre lang als Einsiedler in der Sahara gemacht hatte.

die Brüder und Schwestern leben in zwei Instituten geweihten Lebens nach dem Lebensbuch von Jerusalem, „im Herzen der Städte im Herzen Gottes“. Dieses Miteinander von Brüdern und Schwestern - von Männern und Frauen - ist eine gegenseitige Bereicherung und zugleich in unserer heutigen Zeit ein Zeugnis gelebten Miteinanders.

Dies zeigt sich zum einen konkret im gemeinsamen Charisma, das im Lebensbuch von Jerusalem zum Ausdruck kommt. Zum anderen in der gemeinsam gefeierten, mehrstimmig gesungenen Liturgie und Momenten des gemeinsamen Miteinanders.

Die Berufung der Gemeinschaften ist es, durch kontemplatives und gemeinschaftliches Leben Gottes Gegenwart in einer immer pluraler werdenden Welt aufleuchten zu lassen.

Im April 2009 sind die Gemeinschaften auf den Ruf des damaligen Erzbischofs von Köln, Joachim Kardinal Meisner, als erste Niederlassung in Deutschland nach Köln gekommen. Seitdem leben und beten sie in der Kirche Groß Sankt Martin mitten in der Altstadt zwischen 'Rhein und Dom'.

Niederlassungen der Monastischen Gemeinschaften findet man neben Frankreich und Deutschland noch in Italien, Polen und Kanada.

Ausführlichere Informationen über die Gemeinschaften und ihr Charisma auf der

Homepage der Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem in Köln

 

Groß St. Martin in der Stadtansicht von Anton Woensam (1531)

Schon seit mehr als 800 Jahren prägt der mächtige Turm von Groß St. Martin das Kölner Rheinpanorama.

Die archäologisch gesicherte Vorgängerbebauung, ursprünglich auf einer ufernahen Rheininsel außerhalb des römischen Köln, gelegen, gehört zur ältesten gefundenen Bebauung im Kölner Stadtgebiet und stammt mindestens aus der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts, ist vielleicht aber sogar noch älter.

Der etwa auf Höhe von heutigem Alter Markt und Heumarkt gelegene Rheinarm zwischen Ufer und Insel versandete im Laufe der Jahrhunderte zunehmend und wurde schließlich zugeschüttet, sodass in hochmittelalterlicher Zeit auf der einst vorgelagerten Insel ein neues Kaufmannsviertel angelegt werden konnte. 

Als gesicherte Erstbebauung gilt eine ummauerte Platzanlage mit einer großen, leicht vertieften Innenfläche sowie einem 34 mal 17m und 1,7m tiefen Wasserbecken. Da ähnliche Anlagen nicht bekannt und keine Informationen über ihre Nutzung überliefert sind, können nur Vermutungen über ihren Verwendungszweck angestellt werden: Die große Fläche wird als Sportplatz (palaestra) gedeutet, das Wasserbecken als Schwimmbad (natatio) oder als Lagerbecken für Fische und Muscheln der Rheinfischer.

In der Mitte des 2. Jahrhunderts wird das Gelände - vermutlich zum Hochwasserschutz - fast 2m aufgeschüttet und mit vier großen Lagerhallen überbaut. Ausgrabungen der 1960er und 70er Jahre haben die einzelnen Bauphasen erschlossen; die römischen Vorgängerbauten sind heute in der Unterkirche unter Groß St. Martin zu besichtigen.

Groß St. Martin im Mercatorplan (1571)

Die Grundsteinlegung des ersten Kirchbaus an dieser Stelle lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Eine Erstgründung in fränkischer Zeit (5. bis 9. Jhdt.) gilt - nicht zuletzt wegen des Patroziniums des fränkischen "Nationalheiligen" St. Martin - als möglich, aber unbelegt. Auch eine noch davor liegende Nutzung einer römischen Lagerhalle als frühe, erste Kirche ist nicht belegbar.  

Als gesichert gilt hingegen die im Lorscher Codex erwähnte Gründung durch den Kölner Erzbischof Brun (953–965) als Chorherrenstift zu Ehren von Martin von Tours.

Erzbischof Everger wandelte das Stift im Jahre 989 in ein sogenanntes Schottenkloster um, das durch irische Benediktiner (genannt "Schotten") bewohnt wurde. Bis zum Beginn des 12. Jahrhunderts wurden die ausländischen Mönche nach und nach durch einheimische Mönche ersetzt. 

Ein verheerender Großbrand vernichtete 1150 beinahe die gesamte Rheinvorstadt, dabei wurde auch die Kirche des Benediktinerklosters in Mitleidenschaft gezogen. Nach dem Brand wurde der beschädigte Bau offenbar komplett abgerissen und in der Folgezeit durch einen Neubau ersetzt. In einem ersten Bauabschnitt wurde der kleeblattförmige Chor (Trikonchos) erbaut (der einzige bis heute fast unverändert erhaltene Teil) und 1172 von Erzbischof Philipp I. von Heinsberg geweiht.

Blick vom Hochaltar in Richtung Westportal mit Orgel, Lithographie von Thomas Cranz, koloriert von Adolph Wegelin von 1838 bis 1841

Nach der Vollendung des Chores und dem Umbau des Langhauses nach 1200 fanden in der Zeit von etwa 1230-50 weitere Umbauten statt.

Der Turm der Kirche wurde in den folgenden Jahrhunderten mehrmals schwer beschädigt: 1378 durch ein Feuer am Fischmarkt und 1434 durch einen Orkan. 1527 stürzte gar der südwestliche Flankierungsturm ein und zerstörte dabei die unter ihm gelegene Maria-Magdalenen-Kapelle. Das Türmchen wurde in der Folge nicht wieder aufgebaut.

1660 und 1669 wurde, dem vorherrschenden Zeitgeschmack entsprechend, der Innenraum umgestaltet, die Choreinrichtung verändert und die Altäre neu errichtet.

1789 begann man damit, den baufälligen nordwestlichen Flankierungsturm abzutragen. Ansichten zeigen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts Groß St. Martin nur mit den zwei verbliebenen östlichen Türmchen. Nach dem Einmarsch der Franzosen in Köln wurde die Abtei Groß St. Martin, wie alle Klöster im Stadtgebiet, 1802 aufgehoben, die verbliebenen 21 Mönche mussten sich ein Auskommen außerhalb der Klostermauern suchen. 11 von ihnen übernahmen Pfarrstellen in Köln.

Blick von Westen, das südwestliche Türmchen fehlt noch; Fotografie, ca. 1856

Die Kirche wurde Pfarrkirche an Stelle der bisherigen, neben ihr liegenden Pfarrkirche St. Brigiden, die 1805 abgebrochen wurde.

Das verlassene Abteigebäude diente in den Folgejahren zunächst einigen der ehemaligen Mönche, seit 1808 französischen Veteranen als Wohnraum.

Die zunehmende Baufälligkeit der Gebäude führte 1821 zu ihrer Räumung und 1822 zum teilweisen Abriss durch die Stadt. Insgesamt bot Groß St. Martin gegen Mitte des 19. Jahrhunderts einen recht trostlosen Anblick. Immer noch fehlten die zwei westlichen Flankierungstürmchen und die Nordseite, an der sich früher die Abteigebäude angeschlossen hatten, war schmucklos und hatte praktisch keine Fenster. 

Ab 1843 beteiligte sich die Stadt Köln finanziell an der Wiederherstellung der trostlosen und baufälligen Kirche.  1847 wurde der nordwestliche Flankierungsturm wieder ergänzt, bis 1875 war auch das südwestliche Türmchen  - 350 Jahre nach seiner Zerstörung - endlich wieder hergestellt.

Blick vom Alter Markt auf die Westseite, Foto von Hermann Claasen, 1946

Im 2. Weltkrieg wurde Groß St. Martin erheblich beschädigt.

Der letzte große Luftangriff am 2. März 1945 richtete die verheerendsten Schäden an. Beim Einmarsch der amerikanischen Truppen im linksrheinischen Köln vier Tage später standen nur noch der untere Teil des Kleeblattchoress sowie die Seitenwände des Langhauses; der Stumpf des Vierungsturms mit den Stummeln der Flankierungstürme ragte aus der zu 95 Prozent zerstörten Altstadt hervor. Fast alle Gewölbe waren durchlöchert oder eingestürzt.

Obwohl Groß St. Martin einen desolaten Anblick bot, ergab eine genauere Analyse der Bauschäden ein besseres Bild als erwartet. So ordnete der Kunsthistoriker Franz Wolff-Metternich die Basilika 1947 der Gruppe der nur „mittelschwer beschädigten Kirchen“ Kölns zu.

 

Ob und wenn ja wie man Groß St. Martin wieder aufbauen sollte, wurde bereits in den ersten Nachkriegsjahren kontrovers diskutiert. Neben Stimmen, die einen Wiederaufbau forderten, gab es auch viele, die die Ruine als Mahnmal in ihrem aktuellen Zustand belassen wollten:

„Wir wollen in St. Martin die Gewölbe wieder schließen, aber uns versagen, den Turm allzu eilfertig wieder hinzuzaubern. Es ist viel besser, wenn er einige Zeit als Stumpf stehenbleibt und noch andere nach uns daran erinnert, was wir hatten und warum es uns genommen worden ist – bis, vielleicht in hundert Jahren, der Tag kommt, wo uns ein großer Meister den Turm plant, der so schön oder schöner ist, als der gewesene."

Otto H. Förster, (Leiter des Wallraf-Richartz-Museums im Rahmen der Vortragsreihe „Was wird aus den Kölner Kirchen?", 1946/1947)

Prägen gemeinsam das Stadtpanorama Kölns: Kölner Dom und Groß St. Martin

Die Skeptiker eines Wiederaufbaus setzten sich jedoch nicht durch. 1948 begannen erste Wiederaufbau- und Sicherungsarbeiten, der Vierungsturm hatte 1965 seine alte Gestalt und damit Köln ein wichtiges Wahrzeichen zurück. Insgesamt zog sich die Wiederherstellung über 40 Jahre hin; erst am 13. Januar 1985 öffnete sich die Kirche erstmals wieder für die Öffentlichkeit. Als ein Grund für die sehr lange Restaurierungszeit wird genannt, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg keine Pfarrgemeinde für Groß St. Martin mehr gab. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg aufgelöst und die verbliebenen Mitglieder wurden der Pfarrgemeinde des Kölner Doms zugewiesen. So fehlte die bei anderen Kölner Kirchen vorhandene treibende Kraft, den Gottesdienstraum möglichst schnell wiederherzustellen, und der Fokus lag zunächst vor allem auf der Erneuerung des Turmes als Schwerpunkt im Stadtbild. 

Seit 2009 ist Groß St. Martin, nach 200jähriger Pause, durch die Übergabe der Kirche an die Monastischen Gemeinschaften von Jerusalem, wieder eine Klosterkirche und damit ein spirituelles Zentrum im Herzen der Kölner Innenstadt.

Groß St. Martin

Groß St. Martin

An Groß St. Martin
50667 Köln

 

 

Öffnungszeiten

Die Kirche ist zum stillen Verweilen und persönlichen Gebet, sowie zu Besuchen und Führungen geöffnet:

Montags: geschlossen
Dienstag, Mittwoch, Donnerstag: 13-17.25 Uhr
Freitag & Samstag: 10-12.30 Uhr und 13-17.25 Uhr 
Sonntag: 13-18 Uhr

Die Besichtigung der Unterkirche mit den römischen Ausgrabungen ist in der Woche außerhalb der Gebetszeiten bis 17 Uhr möglich, sowie am Sonntagnachmittag bis 18 Uhr.

Während der Gottesdienst- und Gebetszeiten ist keinerlei Besichtigung möglich.

Monastische Gemeinschaften von Jerusalem

An Groß Sankt Martin 9-11
50667 Köln

Bilinguale Kindertagesstätte Groß St. Martin

CariKids gGmbH
Leitung: Maria Lamaina
An Groß St.Martin 1
50667 Köln

Für Sie vor Ort

Das Pastoralteam

Schwester Rebekka

Schwester Rebekka Laqua

Monastische Gemeinschaft der Schwestern von Jerusalem an Groß St. Martin; Angehörige der Steuerungsgruppe Citypastoral
An Groß St. Martin 11
50667 Köln

Seit 2009 ist die Kirche Groß Sankt Martin der Ort, an dem die Schwestern und Brüder von Jerusalem leben. Im Herzen der Kölner Altstadt möchten wir eine Oase der Stille, des Gebets und der Begegnung schaffen.